Tolle Erlebnisse mit dem Condor BoardConnect

Von , 8. September 2012 08:39

Was würdet ihr auf einem langen Flug am liebsten machen? Im Internet surfen? Durchaus möglich, denn dafür gibt es ja das von mir bereits auf die Probe gestellte Lufthansa FlyNet. Filme gucken? Na klar, einen breiten Fundus an echten Kassenschlagern hat inzwischen fast jede Airline auf der Langstrecke im Angebot. Aber kaum eine Inflight Entertainment Lösung bietet so viel Flexibilität wie das Condor BoardConnect, das ich kürzlich ebenfalls testen konnte.

Was das BoardConnect ist? Nun, stellt euch einfach vor, dass ihr mit eurem Smartphone, Tablet PC oder Laptop im Flieger sitzt und über die WLAN-Schnittstelle aktuelle Filme, TV-Serien, Dokumentationen und Musik von einem Server im Flugzeugbauch direkt auf euer privates Endgerät abrufen könnt. Für iOS-Geräte – also für iPhone, iPad & iPod Touch – muss eine kleine App namens Fly-fi installiert werden, gleiches gilt für alles, was auf Basis von Android läuft; allerdings wird es die Android-App voraussichtlich erst ab Herbst dieses Jahres geben. Noch einfacher funktioniert der BoardConnect-Spaß auf dem Laptop: Browser starten, Umleitung abwarten, fertig. Einzige Voraussetzung: Silverlight installieren.

Während meines Tests hatte ich Zugriff auf immerhin 20 Filme (zum Beispiel „Rio“ oder „Black Swan“) und das sowohl auf Englisch als auch auf Deutsch, 26 Musik-Alben (zum Beispiel von David Guetta oder Lady Gaga), Dokomentationen (etwa über US-Präsident Obama) oder TV-Serien wie „Futurama“, „Simpsosn“ oder „How I Met Your Mother“. Einziger Kritikpunkt: aktuelle Blockbuster, die aktuell im Kino laufen, waren noch nicht dabei. Das ist aber vielleicht auch gar nicht so schlecht, denn wenn so genannter „Early Window Content“ läuft, also Filme, die es noch nicht auf DVD zu kaufen gibt, muss Condor sicherstellen, dass ein Streaming auf privaten Endgeräten nicht möglich ist. Die Angst der Hollywood-Studios ist zu groß, dass die Filme auf irgendeine Art und Weise mitgeschnitten werden könnten und anschließend im Internet landen.

Und doch gibt es eine Lösung, auf solche Filme zuzugreifen, wenn Condor das nächste Update einspielt: Comfort Class fliegen. Denn dort gibt es nicht nur an jedem Platz eine Steckdose und ein superleckeres Essen (ich durfte zum Beispiel ein Kalbssteak probieren), sondern Condor bietet auf Leihbasis auch spezielle iPads an. Sie sind vollständig in eine Schutzhülle integriert, bei der nicht nur die Daten-Schnittstelle abgedeckt ist, sondern auch die Home-Taste. Die Geräte werden von der Crew mit gestarteter App übergeben und es ist praktisch nur möglich, sich innerhalb der BoardConnect-Umgebung zu bewegen. Nebenbei bemerkt: das Case ist aufgrund einer nicht ganz einfachen Entwicklung teurer als das iPad selbst. Rein qualitativ könnt ihr euch übrigens auf eine vernünftige Bildqualität freuen, deren Auflösung aber nicht verraten wurde. Die Bitrate werde an die parallelen Abrufzahlen aller Passagiere angepasst, heißt es. Erwartet also keine HD-Qualität. Nicht unerwähnt bleiben sollte an dieser Stelle, dass ich das System nicht unter Vollast getestet habe. Ob sich Bildqualität und Stabilität des Gesamtsystems dann von den von mir beobachteten Ergebnissen unterscheiden, bleibt abzuwarten. Einen ausführlichen Test zum Condor BoardConnect mit noch mehr Details findet ihr übrigens unter www.onlinekosten.de.

Wichtig zu erwähnen ist zudem: bis zum Jahresende wird das BoardConnect nur an Bord einer einzigen Boeing 767-300 auf der Langstrecke getestet. Kennzeichen: D-ABUZ. Fällt das Kundenfeedback anschließend positiv aus, ist ein Ausbau geplant. Theoretisch sind über das von Lufthansa Systems bereitgestellte WLAN-System übrigens auch Internetverbindungen möglich, allerdings fehlt den Condor-Maschinen die notwendige Antennentechnik, um eine Satellitenverbindung herzustellen. Kurz- und mittelfristig sei auch nicht damit zu rechnen, dass in Condor-Jets im weltweiten Datennetz gesurft werden kann, verriet mir Johannes Winner, Leiter der Condor-Pressestelle.

Er war es übrigens auch, der es mir möglich gemacht hat, den Start in Frankfurt live im Cockpit erleben zu dürfen. Ich habe dieses Erlebnis im Video festgehalten.

Übrigens: Wenn ihr mit Condor ab Frankfurt startet, könnt ihr für 29 Euro pro Person die Luxx Lounge betreten und euch ganz entspannt auf den Abflug vorbereiten. Einziger Nachteil: nach Verlassen der Lounge müsst ihr erst noch durch die Sicherheitskontrolle. Zeit einplanen!

Antwort hinterlassen

Panorama Theme by Themocracy