Das olympische Feuer in meinen Händen

Von , 17. Juli 2012 23:30

Es gibt Momente, die sind schwierig bis unmöglich in Worte zu fassen. Ein solcher Moment liegt hinter mir und auch jetzt, einige Stunden nach meinem olympischen Fackellauf über knapp 400 Meter im englischen Crowborough, tue ich mich alles andere als leicht, zu beschreiben, was heute eigentlich genau passiert ist. Dass ich die olympische Flamme mit einer Gasfackel knapp 400 Meter in Richtung London tragen durfte, ist einfach nur großartig, phänomenal, intergalaktisch oder auch schlicht und einfach ein geiles Gefühl. Kurzum: einer der tollsten Momente in meinem Leben.

Doch blicken wir kurz zurück: es ist nun etwa ein halbes Jahr her, seit ich von Samsung beim olympischen Komitee (LOCOG) vorgeschlagen wurde, am so genannten „London 2012 Torch Relay“ teilzunehmen. Hintergrund für meine Nominierung durch Samsung war nicht nur meine Begeisterung für den Sport im Allgemeinen, sondern auch meine ehrenamtlichen Helfertätigkeiten. Wie viele von euch wissen, war ich lange beim USC Münster als Helfer aktiv und darf ab August in meine vierte Saison als Volunteer bei Preußen Münster starten. Eine Aufgabe, der mir unfassbar viel Freue bereitet, aber auch sehr viel (Frei)Zeit in Anspruch nimmt – fragt Micky. :-)

Häufig noch deutlich emotionalere Geschichten (Betreuung krebskranker Kinder, Rettung eines Schwerverletzten nach einem Autounfall etc.) können alle Fackelläufer von sich erzählen, die hier in England an den Start gehen. Jeder ist auf seine ganz persönliche auch bitter, was einige etablierte Medien in Deutschland während der vergangenen Tage berichtet haben. Es mag Menschen geben, die es anders sehen, aber für mich war das zu kritisch, weil de facto falsche Tatsachen verbreitet werden…

Wie auch immer: Fakt ist, dass ich heute Dinge mitgemacht, Gefühle transportiert und Emotionen ausgelebt habe, wie es mir noch nie in meinem Leben passiert ist. Eingekleidet in einen schneeweißen Trainingsanzug mit goldenem „London 2012“-Aufdruck fuhr ich mit fünf anderen Fackelträgern in einem Minibus durch Crowborough, flankiert durch unfassbar laut jubelnde Menschenmassen, zahlreiche geschwenkte Fähnchen und hunderte hochgehaltene Kameras auf beiden Straßenseiten.

Wenn ich ganz ehrlich bin, habe ich mich dabei ein bisschen wie ein kleiner Star gefühlt. Für einen Moment – es sollen drei bis vier Minuten gewesen sein, gefühlt waren es vielleicht 30 Sekunden – stand ich im Mittelpunkt der Weltöffentlichkeit, sogar eingefangen von den Kameras der BBC und weltweit im Internet-Livestream zu sehen. Ein Segen waren vor allem die glänzenden Kinderaugen, in die ich vor, während und nach meinem Lauf blicken durfte. Schon allein dafür wäre ich am liebsten noch ein paar hundert Meter weiter gelaufen.

Vermutlich werde ich den heutigen Tage mein Leben lang nicht vergessen, vermutlich werde ich noch vielen Menschen davon erzählen, was ich heute erleben durfte und mit Sicherheit werde ich ein bisschen stolz sein, wenn das olympische Feuer in ein paar Tagen im Olympiastadion in London entzündet wird. Denn ich habe einen kleinen Teil dazu beigetragen, dass es an seinem Zielort angelangt ist. Und das Schönste: meine Fackel wird auf Lebenszeit bei mir sein, denn ich durfte sie im Anschluss an meinen Lauf behalten.

Vielen, vielen Dank an alle, die es mir möglich gemacht haben, diesen wahnsinnig emotionalen Moment heute zu erleben. Danke an Samsung für die Nominierung und das tolle Rahmenprogramm, Danke an meinen lieben Schatz für die zahlreichen tollen Fotos (findet ihr bei Facebook mit vielen anderen Eindrücken von meinen lieben Fackelläufer-Freunden) und vielen Dank auch an alle von euch, die mir über Twitter, Facebook oder andere Wege zu meinem Lauf gratuliert haben. It was amazing and an unforgetable moment!!!

Eine Antwort für “Das olympische Feuer in meinen Händen”

  1. Angela sagt:

    Gratuliere Hayo! Klingt wirklich nach einer einzigartigen Erfahrung!

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