An der Sensation vorbeigeschrammt – Adler unterliegen den Wölfen

Von , 16. August 2010 18:15

Was für ein Tiefschlag: wir schreiben die 80. Spielminute in der 1. Runde des DFB Pokals zwischen Preußen Münster und dem VfL Wolfsburg. Fulminant haben die Adlerträger gegen behäbige Kicker aus der VW-Stadt ein Unentschieden gehalten, bis es das erste Mal im Kasten von Preußen-Keeper Manuel Lenz klingelt. Cicero nimmt aus 17 Metern Maß und vollendet mit einem trockenen Flachschuss ins linke untere Eck. Der K.O. für Münster? Mitnichten.

Fünf Minuten später: Marc Lorenz schreitet selbstbewusst in Richtung des Spielgeräts, um von der linken Außenbahn einen Freistoß scharf in den VfL-Strafraum zu zirkeln. Zwar verpassen alle Münsteraner die Hereingabe, dafür aber nicht Edin Dzeko. Sein Knie fälscht den Ball ins eigene Netz ab. 1:1. Frenetischer Jubel im alt-ehrwürdigen Rund an der Hammer Straße. Es riecht nach Verlängerung.

Dass es dazu am Ende doch nicht reicht, ist nicht nur der Unordnung der Preußenabwehr zwei Minuten vor Schluss geschuldet, sondern auch der Abgebrühtheit eines Grafite. Nach einer Ecke tropft der Ball vor die Schlappen des Brasilianers, der aus zwei Metern gar keine andere Möglichkeit hat, als das Leder in die Maschen zu zimmern. Wolfsburg führt, Wolfsburg jubelt, Wolfsburg siegt.

Und Münster? Enttäuschung allerorts, klar. Aber auch eine Portion Stolz und von allen Seiten aufmunternder Applaus des Publikums. Wir wollen nicht vergessen: ein Regionalligist hat dem mit Nationalspielern übersäten Kader des VfL Wolfsburg beeindruckend Paroli bieten können. Das war zwar nicht immer schön anzusehen, aber es war effektiv – und darauf kommt es an.

Was bleibt? Ich kann natürlich nur für mich sprechen, aber ich bin optimistisch, dass der SC Preußen in diesem Jahr nicht nur die passende Mannschaft hat, die um den Aufstieg in die 3. Liga mitspielen kann, sondern mit Mark Fascher auch den richtigen Trainer. Seine positive (hamburger) Art ist nicht nur erfrischend, auch seine zum Teil deutliche Wortwahl macht Spaß. Da sitzt der Gute gestern beispielsweise in der Pressekonferenz und sagt, tatsächlich, er wisse nicht, ob er eher froh, enttäuscht oder wütend sein soll. Froh über die gute Leistung, enttäuscht über die knappe Niederlage oder gar wütend über die Unkonzentriertheit zwei Minuten vor Spielende. Das ist ehrlich und direkt – I like.

Nächste Woche geht es zuhause gegen die zweite Mannschaft von Fortuna Düsseldorf weiter. Regionalliga-Alltag. Vorausgesetzt, das Wetter spielt mit. Denn es soll ja ziemlich viel regnen die nächsten Tage. Warten wir es ab, ich freue mich jedenfalls auf die Saison.

Ein paar Eindrücke vom DFB Pokal sind ab sofort in meiner Bildergalerie zu finden. Klickt Euch einfach mal rein.

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